Die Kurtisane von Venedig  Veronica Franco 
 Cara Ludovica -
 
 
 

Eine der häufigsten Fragen an die Autorin:

Wie haben Sie den Stoff gefunden?

Cara meint:

recht simpel, durch eine Fernsehsendung über Süleyman I., den Prächtigen.  

Er lebte von 1495 bis 1566 und war der größte der Osmanen-Herrscher. Neben vielen Eroberungskriegszügen frönte er auch der Dichtkunst. In mehr als 2000 Gedichten besang er die Liebe. Hauptsächlich die Liebe zu seiner geliebten Tatarin Roxelana. Für sie verschmähte er die über hundert Frauen im Harem!  

https://www.welt.de/geschichte/gallery112854707/Sultan-Sueleyman-der-Praechtige-um-1495-1566.html

In diesem Zusammenhang wurde auch die Kurtisane und Dichterin aus Venedig, Veronica Franco, erwähnt.  

Mein Interesse war geweckt. Denn ich bin eine hoffnungslose Romantikerin und glaube an die Liebe. So wühlte ich mich durch viele Bücher. Dann setzte ich mich hin und schrieb. Nein, das stimmt nicht, ich lebte mit Veronica, mein Lebenspartner kann es bestätigen. Und irgendwann war der Wälzer über Liebe, Leid, Kinder, über das Leben dieser tollen Frau fertig. Ein richtiger Schmöker in 3 Bänden und ich habe ihn allen mutigen Frauen gewidmet.  

Nicht vergessen will ich den Film: Dangerous beauty – Gefährliche Schönheit. 

Ich habe den Film gesehen, nicht nur einmal – confesso, ich gestehe.  

Romantisch mit schönen Bildern aus Venedig, die zum Teil in Chioggia aufgenommen worden sein sollen. Schade fand ich nur eines: Im Film sind die Begebenheiten etwas gekürzt und zeitlich nicht folgerichtig dargestellt. Kein Problem, finde ich, aber einen Hinweis hätte ich begrüßt.

https://www.amazon.de/Gef%C3%A4hrliche-Sch%C3%B6nheit-Die-Kurtisane-Venedig

In den Romanen gebe ich meinen Leserinnen und Lesern die Chance, alles von Beginn an in der zeitlichen Folge mitzuerleben. Und in das Venedig einzutauchen, in dem die herrlichen Paläste am Canal Grande noch bewohnt waren. Venedig zählte zu den größten Städten der damaligen Welt  mit seinen 190.000 Einwohnern. Nur am Rande, heute sind es noch 40.000. Trotzdem war Venedig überschaubar und man begegnete sich in den engen und wenigen Gassen, den Calle, ob man wollte oder nicht. Da erwies es sich als praktisch, sein Gesicht hinter einer Maske zu verbergen, um ab und an unerkannt zu bleiben. Natürlich waren diese Masken schöner als die, mit denen wir uns heute rumschlagen müssen. Die wunderschönen Masken-Cover meiner Bücher hat Tom Jay gestaltet. Dank an ihn. https://bookcover4everyone

Wie auch immer, ich möchte, dass sich meine Leserinnen und Leser von Veronica verführen und entführen lassen. Sicher wird Veronica sie mit ihrem Mut, ihrem Charme und ihrem Geist ebenso bezaubern wie mich. Und am Rande: Veronica war auch am Gardasee und in Verona. Und ihre Helden in Antalya und in Konstantinopel. 

Danke, Cara. 

Ich danke. Und ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen.

Ihre Cara Ludovica

Die Liste der wichtigsten Bücher: 

„The honest courtesan“, von Margaret F. Rosenthal, The University of Chicago press, Chicago 606637, 1992.

„Frauen der italienischen Renaissance“, herausgegeben von I. Osols-Wehden, wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt, Beitrag von Hartmut Köhler.

Die Studienarbeit: „Kurtisanen im 16. Jahrhundert - Babylon an der Adria“ von Angela Matti, Grin Verlag für akademische Texte.

„Liebe, Poesie, Emanzipation“ von Renate Förster, Materialis Verlag 1985.

„Veronica Franco la cortigiana poetessa“ von Valeria Palumbo, 2011 Edizioni Anordest.

„Das Schiff aus Stein, Venedig und die Venezianer“, von Hermann Schreiber, Paul List Verlag 1979.

„Venedig, Stadt der Frauen“ von Gesine Baur und Thomas Klinger.

„Das Dekameron“ von Boccaccio, insel taschenbuch 1999.

„Montaigne -Tagebuch einer Reise durch Italien“ aus dem Französischen von Otto Flake, Insel Taschenbuch 1988.

„Tintorettos Engel“ von Melania G. Mazzucco, Albrecht Knaus Verlag, München, 2008.

 Zur Person des Maffio Venier:

„Die Jesuiten“ von Manfred Barthel, Ullstein Verlag, September 84.

Das „Große Buch der Päpste“, Kösel Verlag München 2007.

„Kleine Geschichte Venedigs“ von Arne Karsten, Verlag C.H. Beck 2008.

„Die Zauberin aus Venedig: Bianca Cappello und die Medici“ von Alberta Rommel, Stieglitz Verlag 1989.

„Dogen, Diebe, Delinquenten - Der Venedig Führer für Juristen“ von Barbara Sternthal, Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien, Verlag C.H.Beck, Stämpfli Verlag Bern, Wien 2010.

 Zu den Orten:

Reiseführer „Venedig & Veneto“, erschienen bei Dorling Kindersley von Susie Boulton und Christopher Catling.

„Die Gärten Venedigs“ von Jenny Condie und Alex Ramsay, DAV.

„In lode della Fumane“: „Veronica Franco, Guilio Della Torre and the ideology of the Venetian villa”, von Pastore C.J. Annuario Storico della Valpolicella, 2009-2010 pp. 91-114.

„Gardasee und Verona“, Verlag Karl Baedecker.

„Venedig der Dogenpalast“ Marsilio Guide von Paolo Delorenzi, 2010.

„Venedig ist ein Fisch“ von Tiziano Scarpa, Wgenbach Verlag Berlin 2010.

„Venedig eine Verführung“ von Hanns- Josef Ortheil, Insel-Verlag Berlin 2013.

Film: „Dangerous Beauty“, englischer Film mit Catherine McCormarck als Veronica. 

Ab und zu habe ich mir einige Zitate ausgeborgt:

Auflistung der verwendeten Zitate. Teilweise wurde die Schreibweise vom Original übernommen.

Meine Rose, der Duft der Dinge ist die Sehnsucht, die sie in uns erwecken.

Christian Morgenstern

 Aber muss nicht das Leben wie ein kostbarer Wein mit gehörigen Unterbrechungen Schluck für Schluck genossen werden.

Ludwig Feuerbach

 Die Natur reicht uns die Hand der Freundschaft, sie lädt uns ein, damit wir uns an ihrer Schönheit erfreuen.

Khalid Gibran

 Lange Jahre war meine Unzulänglichkeit meine tiefste Angst. Bis ich herausfand, dass ich kraftvoll bin, und ich fragte mich: „Wer bin ich, dass ich leuchtend, hinreißend, begnadet und fantastisch sein darf?“ Soll ich mich kleinmachen, um der Welt zu dienen, damit andere um mich herum sich nicht verunsichert fühlen? Nein! Wenn ich mein Licht erstrahlen lasse, gebe ich unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Denn nur wenn wir uns von unserer Angst befreien, wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.

Frei nach Marianne Williamson

 Wenn ein Baum geboren wird, ist er nicht sofort groß. Wenn er groß ist, blüht er nicht sofort. Wenn er blüht, bringt er nicht sofort Früchte hervor. Wenn er Früchte hervorbringt, sind sie nicht sofort reif. Wenn sie reif sind, werden sie nicht sofort gegessen. Menschenkinder brauchen viel Zeit, bis sie erwachsen sind, noch mehr, bis sie weise werden. Manche erlangen diese Stufe nie. Sie werden von ihrem Neid, ihrem Hass, ihrer Verblendung in ihrer Entwicklung aufgehalten. Sie reifen nicht, sehen nicht die Schönheit der Welt, die Schönheit der Frauen, die Schönheit der Dinge, die Schönheit des Lebens und der Liebe.

Ägidius von Assisi.

Solcherlei Kleinigkeiten beschäftigen mich hier in dieser herrlichen Landschaft, die eine Ruhe ausstrahlt, die seinesgleichen sucht. Dich so nah zu wissen und doch so fern, unterwirft mich einer Folter, die mich die Ruhe nur bedingt genießen lässt. Wann werde ich, frei von allen Pflichten, meine Augenblicke bei dir verbringen können, nichts zu tun haben, als dich zu lieben, nur an das Glück denken, es dir zu sagen und es dir zu beweisen.

Brief Napoleons an Josefine.

So durch viele Gestalten eröffnete jener sich häufig Zugang, um zu genißen die Lust der betrachteten Schönheit. Dieser anjetzt, die Schläfen mit bunter Mütze verhüllend, Ging am Stabe gestützt, grau schimmerndes Haar um die Schläfen. Einem Mütterchen gleich, und trat in den zierlichen Garten.

Ovid

 „Henri beendet jetzt sein zwanzigstes Lebensjahr, seine äußere Erscheinung ist sehr günstig. Er hat ein edles und gewinnendes Benehmen, die schönsten Hände in Frankreich, und würde sogar sehr würdig wirken, wenn nicht übermäßige Affektation die ihm von naturgegebenen Gaben schmälern würde. Aber die Art, sich zu kleiden und die Schmucksachen, die er bevorzugt, geben seinem Auftreten etwas Weiches, fast weiblich Zartes. Außer seiner herrlichen Kleidung, deren Reiz er noch durch kostbare Edelsteine und Perlen zu heben liebt, trägt der Herzog von Anjou, dies ist hier sein Titel, die raffinierteste und verschwenderischste Unterwäsche und kunstvoll gekämmte Haare. Gewöhnlich legt er eine doppelte, goldgefasste Ambrakette um, die den angenehmsten Duft ausströmt. Den Rest an Ernst nehmen seiner Erscheinung, die wie bei Frauen durchlochten Ohren, was man wohl auch an anderen Franzosen sieht. Henry begnügt sich nicht mit je einem Ohrring, sondern trägt deren Zwei, mit langen Perlenanhängern und kostbaren Edelsteinen.“

Morosini, venezianischer Botschafter.

 „Dort hört man die Vöglein singen, dort sieht man die Hügel und die Ebenen grünen und die vollen Kornfelder nicht anders wogen als das Meer und sieht tausenderlei Bäume und den Himmel offener …“

„… der, wenn er auch ergrimmt ist, doch seine ewige Schönheit nicht verleugnet, was alles viel schöner ist als der Anblick der leeren Mauern unserer Stadt“

Aus Boccaccio – Das Dekameron, insel taschenbuch.

Komm in der Nacht zu mir, mein Lieb,

und schenk meiner Seel‘ einen glücklichen Tag.

Dem Pfauengefieder, so glänzend und schön,

man deinen Liebreiz vergleichen mag.

So süß ist dein Leib,

schau ich ihn an,

wie dort die Aprikose im Hang.“

Persisches Liebeslied (Aus: Ein erotischer Gedanke für jeden Tag, Emmanuel Pierrat, Verlag Knesebeck

Ein paar Gedichte von Veronica Franco habe ich aus dem Englischen oder aus dem Italienischen übersetzt ins Deutsche.